Trekking, Wandern

Bergziegenalarm am Königssee

Ja ich weiß ich bin verrückt – aber heute habe ich mich selbst übertroffen! 😜

Luna und ich hatten uns heute 2 Gipfel vorgenommen, die wer ersteigen wollten. Mit Wandern hatte das manchmal nichts mehr zu tun, jedenfalls für meine Verhältnisse!

Heute morgen ging es sehr zeitlich vom Campingplatz los und schon nach kurzer Zeit wusste ich, wo heute die Reise hingehen soll – weit hinaus und immer höher! Steil ging es den Waldweg hinauf. Laut dem Schild waren es knapp 4 1/2 Stunden bis zum ersten Gipfel.

Durch die Bäume hindurch hatten wir immer wieder einen tollen Blick auf den Königssee, der heute schon fast türkis schimmerte. Immer wieder kamen wir an kleinen Wasserfällen und Bachläufen vorbei, an denen Luna sich erfreuen konnte. Gerade als ich das Gefühl hatte, ich müsste eigentlich schon fast oben sein, da kam das ernüchternde Schild, das mich wieder auf den Boden der Tatsachen zurück holte. Noch weitere 3 1/2 Stunden bis zum ersten Gipfel. What? Das kann nicht sein, das Schild lügt. Ich bin mittlerweile schon gefühlt 3 Stunden gelaufen. Skandal!

Und da habe ich mich das erste mal gefragt warum ich mich hier eigentlich hoch quäle!? Bin ich eigentlich bekloppt? Jammernd und vor allem schnaufend ging es weiter, immer höher und höher. Während ich so meines Weges lief, überholten mich immer wieder Fahrradfahrer. Mir könnten sie noch Geld dazu geben, nie im Leben würde ich da mit dem Bike hochradeln. Da würde ich ja hinten über kippen! Nach rund 2 1/2 Stunden kamen wir dann an einer Almhütte vorbei, gefühlt kroch ich die letzten Stufen hoch und streckte erstmal alle Viere von mir. Luna schaute mich mit ihrem Blick an: Wann geht’s weiter? Dieser Hund hat einfach Energie, das ist nicht mehr normal!

Nach einer ausgiebigen Pause sollte es weiter gehen, ehrlich gesagt habe ich überlegt wieder um zu kehren. Doch nun war mein Ehrgeiz geweckt, wenn andere das schaffen, dann schaff ich das auch! Also ging es voller Elan weiter; okay dieser Aufschwung hielt nur bis zur nächsten Kurve, als ich sah wie der Weg nun weiter ging. Wieder jammernd und wieder schnaufen rammte ich meine Trekkingstöcke in den Kiesboden und bemitleidete mich mal wieder selber. Teilweise hatten wir nun Steigungen von 35%. Im Zickzack ging es nun den Berg hinauf. Nur ein kleiner Trampelpfad, keine Absicherung und viele Felsen die überwunden werden wollten. Ein falscher Schritt und die Bergwacht hätte mich irgendwo abkratzen können. Beim Blick hinab, habe ich erstmal festgestellt, das ich doch nicht so ganz schwindelfrei bin. Also den Blick wieder nach oben gerichtet, war aber auch nicht ganz gut, den da sah ich das Übel was noch vor uns lag! Blick auf den Boden, der war gut…

So zog sich der Weg weiter, bis wir endlich oben waren und diesen Ausblick genießen konnten. Es war einfach nur ein unbeschreibliches Gefühl dort oben zu stehen und sich den Wind um die Ohren wehen zu lassen. Und jetzt hatte ich Blut geleckt, von diesem Gipfel waren es nicht viele Kilometer bis zum nächsten Gipfel. Also wieder ein Stück Höhenmeter hinunter, bevor es wieder bergauf ging. Hier mussten jetzt noch ein paar mehr Felsen überwunden werden, teilweise hatte ich auch bisschen Angst um Luna, aber völlig unbegründet! An Luna ist einfach mal eine Bergziege vorbei gegangen. Die ist die Felsen hochgesprungen wie kein zweiter! Die letzten paar Meter ging es dann im Verhältnis eher sanft bergauf. Und schon nach kurzer Zeit hatten wir somit unseren zweiten Gipfel erobert. Leider hatten wir keine gute Sicht, da es schon sehr neblig war. Zum Glück hatte ich jemanden bei mir, der sich auskannte. Sonst wäre ich da wahrscheinlich bei dem Wetter nicht hoch! Zurück ging es dann wieder auf den selben Weg, wie wir hoch kamen. Das hinab laufen, war manchmal fast so anstrengend wie das hoch laufen. Gerade das runter laufen, geht schon sehr auf die Knie und man muss aufpassen, das man auf dem Kiesboden nicht ins rutschen kommt.

Unten im Tal habe ich Luna erstmal eine ordentliche Portion Wiener bestellt und mir natürlich ein schön gekühltes Weizen! Boah das war Balsam für die Seele…

Auch wenn der Tag wirklich verrückt war, viele Schweißperlen und viel Gejammer gekostet hat, wurden wir oben an den Gipfeln einfach belohnt. Nicht nur mit dieser wundervollen Aussicht, sondern auch mit einer inneren Ruhe, die ich schon lange so nicht mehr gespürt habe. Für den Körper war es harte Arbeit, für die Seele war es reinste Erholung.

Morgen geht es dann aber endlich weiter auf den Salzalpensteig. Mal schauen was uns der noch Gutes bringen wird!

5 Gedanken zu „Bergziegenalarm am Königssee“

  1. Ja wenn man dann am Ende solch einer Aussicht hat hat sich die Mühe gelohnt, aber dennoch bin ich kein Bergwanderer. Ich liebe es locker auszuschreiten und mein Blick in die Landschaft gleiten zu lassen. Das ist schwierig wenn man jeden Schritt mit bedacht und den Blick auf den Boden setzen muss. Tolle Tour tolle Bilder

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      1. Vielen Dank. Bei uns geht’s nach Garmisch. Wir waren schon mehrfach dort und mögen die Gegend und die Berge. LG und kommt bald wieder auf die Beine (vor allem Luna), Susanne

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