Allgemein, Pilgern, Trekking, Wandern

Vom Regenmacher zum Kletterheini

Was für ein erste Etappe Richtung Norwegen! So hab ich mir das ehrlich gesagt nicht vorgestellt. Bei Sonnenschein ging es gestern morgen los – leider war ich noch nich ganz aus dem Dorf raus, da gab es dann feuchte Sonnenstrahlen in Form von Dauerregen. Aber wie solls bei mir und Luna auch anders sein? Irgendwie ziehen wir den Regen magisch an! Vielleicht sollten wir uns als Regenmacher selbständig machen? 🤔😉😂

Aber egal – wie sagt man so schön?! Der Weg ruft!

Entlang an Weizen-und Rapsfeldern, saftigen Wiesen und Wäldern hatten wir schon schnell die erste Hürde. Wir mussten eine Bundesstraße überqueren. Gar nicht so einfach bei dem Verkehr! Doch irgendwann hatten wir es geschafft und hatten gleich das nächste Problem. Den Weg den wir laufen wollten war ab jetzt Baustelle. Egal – hast das megagroße Schild eben nicht gesehen dachte ich mir und so sind wir ein Stück auf der Baustelle entlang bis mir 2 Bauarbeiter mitteilten das ab hier nun der Weg endgültig vorbei wäre, da es zu gefährlich sei. Dabei habe ich die Kreuzung schon gesehen bei der wir abbiegen wollten. Alles reden und betteln half nichts. Ein anderer Weg musste her! Rechts neben mir die Bundesstraße, links ein Weizenfeld. Die Entscheidung war schnell gefällt und der Bauer möge mir meine kleinen Fußabdrücke im Feld verzeihen – bin auch in der Treckerspur gelaufen 😉 Durch den ganzen Regen und Matsch waren die Wanderschuhe mal wieder besonders schwer. Hat mich aber wieder an unseren Jakobsweg erinnert…

Nachdem wir noch zwei Bahngleise überqueren mussten und durch eine kleine Kletterpartie auf unseren eigentlichen Weg zurück gekämpft hatten, hatte ich gehofft das dies die einzigen Hürden gewesen seien. Doch Pustekuchen – hätte ich gewusst was noch kommt, wäre ich gleich komplett anders gelaufen. Nun ging es aber erstmal auf einer alten Landstraße weiter. Genutzt wird diese nur noch als Fahrrad und Fußweg. Die Kilometer verstrichen und wir hatten nun schon knapp die Hälfte der 25km, die wir angesetzt hatten. Kurz bevor ich in den Wald einbiegen wollte, war die Straße gesperrt – Bauarbeiten! Kein Durchkommen. Also wieder umdrehen und einen Umweg in Kauf nehmen. Gesagt getan! Irgendwann nach einigen Umwegen waren Luna und ich wieder auf dem richtigen Weg. Kurz entlang der Bundesstraße ging es aber schnell wieder in den Wald. Und hier begann unsere Höllentour. Schon nach knapp 100m war der erste Baum umgekippt. Diesen konnten wir noch recht gut umgehen. Leider blieb es nicht bei dem ersten! Weitere folgten die es nun hieß zu überklettern. Auch noch kein Problem. (Man redet sich ja alles schön – eigentlich hätte ich hier schon umdrehen müssen) Zu all den umgekippten Tannen kam dann noch eine Wegsperrung wegen Baumfällarbeiten(!!!!!!) dazu! Wollen die mich verarschen?? Die sollen erstmal die Bäume aus dem weg räumen bevor sie neue fällen 🙈 Also musste wieder ein Umweg herhalten. Immer weiter ging es rauf in den Wald. Der eigentliche Weg verlief weiter unten. Irgendwann hatte ich das Gefühl mich komplett zu verfransen. Also ab ins Unterholz, über umgestürzte Bäume und Dornenbüsche und aufpassen das man bloß nicht in Brennesseln fällt. Nach knapp einer Stunde hatte ich es geschafft! Weiter ging es … Doch schnell brachte mich der Weg wieder an meine und Luna ihre Grenzen. Vor mir lag nun eine Schneise der Verwüstung – hier hatte der letzte Sturm sein bestes gegeben. Knapp 100 Meter habe ich versucht mich da durch zu kämpfen. Bin über Bäume geklettert, drunter durch oder auch mal gesprungen. Doch irgendwann gab’s kein durchkommen mehr! Aber den Weg wieder zurück? Nochmal die ganzen Bäume überqueren? Oh nein! Also wieder ab ins Unterholz, wieder den Weg oben im Wald nehmen. Doch da erstmal hinkommen! Auch hier musste ich wieder alle Register ziehen. Mittlerweile hatte ich mehr Dornen an mir, als der Busch in dem ich gerade lag. Verdammt mit dem Rucksack auf dem Rücken gar nicht einfach sich zu befreien 😂 Nach knapp 2 weiteren Stunden hatten wir wieder einen asphaltierten Weg unter den Füßen und Pfoten! Am liebsten hätte ich geheult vor Freude. Nun war unser Etappenziel nicht mehr weit. Gott sei Dank- mir tat nämlich alles weh!

In der Stadt noch schnell mit ein paar Leckereien für den Abend versorgt ging es dann ab zum Campingplatz. Kurz vorm Campingplatz konnte ich schon unseren Weg für morgen sehen. Auch hier wird es dank der umgestürzten kein durchkommen geben. Jetzt muss ich erstmal eine Alternativroute finden. Gar nicht so einfach! Wahrscheinlich werde ich die Etappe mit dem Bus überspringen müssen – auch wenn mir das gar nicht gefällt. Aber die Knochen will ich mir nun nicht brechen.

3 Gedanken zu „Vom Regenmacher zum Kletterheini“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s