Jakobsweg, Pilgern, Trekking

Das Ende vom Mosel-Camino

Die ersten beiden Tage auf dem Mosel-Camino waren ja schon sehr aufregend. Haben wir doch schon irgendwie viel gesehen und viel erlebt! Koblenz ist auch mit Hund eine Reise wert, die Landschaft auf dem Weg einfach nur wundervoll.

Den dritten Tag auf unserer Wanderung haben wir mit einem reichlichen Frühstück direkt an der Mosel begonnen. Während Luna ihr Leberwurst-Brot verschlungen hatte, trank ich noch den letzten Rest meines Tees und dann ging es auch schon los. Geplant waren den Tag eigentlich 25 Kilometer. Leider hatte ich mich bei der Planung der Tour ein wenig verschätzt, was die Höhenmeter und die Begebenheiten der Strecke angingen. So haben wir die Etappe kurzerhand auf ca. 15 Kilometer gekürzt. Neben den teils schwierigen Weg kam wahrscheinlich auch noch das blöde Wetter und auch irgendwie die Einsamkeit dazu. Von anderen Wegen bin ich es gewohnt, das wir oft andere Wanderer oder Einheimische treffen.

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Klar habe ich auf dem Weg auch den ein oder anderen getroffen, nur leider kam ich mit denen nie so richtig ins Gespräch.

Aber was bringt es, wenn ich Trübsal blase? Davon wird der Weg auch nicht besser!

Kurz nach dem Luna und ich losgelaufen waren, fielen schon die ersten Tropfen vom Himmel. Also Regenjacke an und Regencape für den Rucksack raus, ging es mal wieder stetig bergauf. Am Anfang noch der Weg etwas breiter, wurde der Weg irgendwann zu einem kleinen Trampelpfad. Rechts von uns waren meist alte Mauern und kleinere Büsche, links von uns nichts als freier Fall in Richtung Mosel. Hier hieß es: „Bloß nicht das Gleichgewicht verlieren.“

 

Nach den anstrengenden Aufstiegen erfolgte in der Regel ein herrlicher Blick auf die Mosel-Landschaft und wir hatten einen wirklich tollen Blick auf die verschiedenen Dörfer oder Städte.

Weiter ging es über Wiesen, Felder und wieder ab in den Wald. Die Vögel gaben uns ein kleines Zwitscherkonzert. Schmetterlinge flogen um uns herum und Bienen surrten durch die Gegend. Natur pur kann ich dazu nur sagen!

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Gegen Mittag kamen wir an der Burg Eltz an. Hier tummelten sich Touristen aus nah und fern. Die Burg im Tal des Eltzbaches ist eine Höhenburg und trennt das Maifeld und die Eifel. Sie befindet sich auf einer kleinen Felsformation, umringt vom Eltzbach.

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Von der Burg aus, ging es einen kleinen Abhang hinunter, ein alter umgekippter Baum diente uns als Örtchen für unsere Mittagspause. Direkt am Bach gelegen, konnten wir beide die Stille der Natur genießen.

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Obwohl wir gerade mal 300m Luftlinie von der Burg entfernt waren, hörten wir nichts als die Natur. Es duftete nach wilden Kräutern und auch irgendwie nach Waldmeister. Nach der kleinen Verschnaufpause ging es nun für uns beide wieder weiter. Und wie sollte es auch anders sein? Es ging mal wieder bergauf. Der Wind tat sich mal wieder auf und auch der Regen wurde immer schlimmer. Kälte kroch in meine Knochen. Irgendwie hatte ich mir für den Weg doch besseres Wetter erhofft. Der Weg führte immer weiter in den Wald, um dann an einer Lichtung in einer Landstraße zu enden.

Ein kleines Stück mussten wir an der Landstraße entlang. Jedoch war dies nicht weiter schlimm. Gerade einmal ein Auto fuhr an uns vorbei, ehe wir wieder links in einen Feldweg einbogen. Weiter ging es über Feldwege. Der Wind fegte über die Felder und umhüllte uns mit Nässe. Meine Finger waren mittlerweile eiskalt. Aber es half alles nichts, wir wollten ja schließlich noch zu unserem heutigen Etappenziel ankommen. Gerade als ich mich an den Feldweg gewöhnt hatte, bogen wir wieder in den Wald ein und gelangten auf den Buchsbaumpfad. Er führt zum Teil über schmale Weinbergs- bzw. Felspfade. Im Sommer verbreitet der Buchsbaum einen mediterranen Duft und macht diesen Weg zu etwas besonderen. Luna und ich liefen den Weg auf kleinen Trampelpfaden weiter, bevor wir an einer Lichtung ankamen und von hier aus mal wieder einen wundervollen Blick auf die Mosel hatten. Nun konnten wir auch schon unser heutiges Etappenziel bewundern.

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Nachdem wir auch hier eine kurze Verschnaufpause gemacht haben, ging es einen letzten steilen Abstieg, geprägt von Geröll und Kieselsteinen, hinunter. Durch den ganzen Regen wurde das zu einer rutschigen Angelegenheit. Während Luna die Steine nur so runter sprang, kam ich mir wie eine Schildkröte vor. Luna nörgelte zwischendurch immer wieder, weil es ihr einfach zu lange dauerte. Irgendwann hatte ich es dann aber auch endlich geschafft und wir waren an unserem heutigen Etappenziel angekommen.

Am Etappenziel ging es erstmal in Richtung Innenstadt. Am Marktplatz war alles osterlich geschmückt. Der Brunnen war mit bunten Eiern und kleinen Osterhasen aus Holz dekoriert.

Vom Marktplatz ging es wieder an die Mosel und ab auf die Insel. Gezeltet wurde den Tag auf Mosel-Island. Einem Campingplatz mitten auf der Mosel. Von hier aus hatten wir einen traumhaften Ausblick auf die Mosel und die Weinberge. Ab und an schipperte ein Schiff an uns vorbei. Das Zelt war schnell aufgebaut, Luna gönnte ich ein Rinderfilet und bei mir gab es Kartoffelbrei mit vegetarischen Klösschen. Bei einer heißen Tasse Tee ließen wir diesen doch irgendwie verrückten Tag im Zelt ausklingen. In der Nacht wurde es dann sehr ungemütlich. Neben Starkregen, Wind und Hagel zog dann auch noch ein Gewitter über uns. Ich habe mich in meinem Zelt noch nie so unwohl gefühlt, wie in diesem Moment! Und irgendwie war es mir in diesem Moment schon klar – das bringt so nichts.

Der nächste Morgen fing dann auch so an, wie der andere aufgehört hatte; mit viel Regen! Kurzerhand hatte ich beschlossen noch einen Tag auf der Insel zu bleiben und abzuwarten wie das Wetter die nächsten Tage werden sollte. Den Tag über hatten wir uns die Stadt ein wenig angesehen, auch wenn es hier nicht sehr viel zu sehen gab. Den restlichen Tag verbrachten wir dann im Zelt bei Tee und Keksen. Auch der nächste Tag empfing uns wieder mit Regen. So hatte ich mir den Mosel-Camino nun wirklich nicht vorgestellt.

Also wurde schnell unser Zelt abgebaut und dann sind wir mit dem Zug nach Cochem gefahren. Erstmal raus aus den nassen Sachen – ab ins Hotel und überlegen was wir nun machen.

Doch auch in Cochem war das Wetter eher schlecht als recht. So entschieden wir uns dafür, nach einem Tag Sightseeing, die Wanderung abzubrechen und wieder nach Hause zu fahren.

In diesem Moment war es die wohl beste Entscheidung. Auch wenn ich echt enttäuscht war, war es für uns beide das Beste. Jedoch weiß ich auch, dass ich diesen Weg auf jeden Fall noch mal in Angriff nehmen werde! Ihr dürft also gespannt sein, wann uns dieser Weg mal wieder ruft 😉

 

4 thoughts on “Das Ende vom Mosel-Camino”

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