Jakobsweg, Pilgern, Trekking

Der Anfang vom Mosel-Camino

Ein paar Tage sind Luna und ich jetzt schon wieder zu Hause. Unser Mosel-Trip ist leider wortwörtlich ins Wasser gefallen! Knapp 160 Kilometer wollten wir beide laufen, geschafft haben wir davon gerade mal 50 Kilometer. Aus der Fernwanderung wurde eher Sightseeing mit kleinen Wanderungen. Aber dennoch wirklich schön, gerade die Landschaft und die Kultur an der Mosel sind wirklich beeindruckend.

Bild könnte enthalten: HundDie Zugfahrt in Richtung Koblenz war, bis auf das Umsteigen in Frankfurt, relativ entspannt. Luna sieht und hört man in der Regel die ganze Fahrt über nicht. Völlig entspannt liegt sie unter dem Sitz und döst vor sich hin. In Koblenz hatte ich mir ein Zimmer gebucht, wie sich rausstellte war es aber eine Ferienwohnung. Im Stadtteil Horchheim gelegen, war diese Ferienwohnung einfach nur wunderschön. Sehr geräumig und vorallem extrem sauber. Für die Nacht haben Luna und ich zusammen 30€ bezahlt. Die Wohnung lag direkt am Rhein und war im Dachgeschoss eines Mehrfamilienhauses zu finden. Nur 20 Meter Fußweg trennten uns vom Wasser. Nachdem wir das Gepäck verstaut hatten, ging es für uns beide Richtung Stadtmitte. Immerhin wollten wir noch eine kleine Koblenzer-Sightseeingtour machen.

Rathaus, Jesuitenplatz, Deutsches Eck, Seilbahnfahrt zur Festung Ehrenbreitstein und kurfürstliches Schloss! Ich kann euch sagen: Koblenz ist definitiv eine Reise wert! Hätte ich nie im Leben gedacht.

 

 

 

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Am nächsten Tag sollte es dann auch endlich losgehen. Von Freude über Wut bis hin zur Verzweiflung war bei mir jeder Gemütszustand vertreten. Angefangen hat das ganze damit das wir erst um 8 Uhr und nicht wie geplant eine Stunde eher, losgekommen sind. Des Weiteren musste ich leider feststellen, das bis zum Startpunkt des Weges nicht wie gedacht 2 Kilometer waren, sondern knapp 6 Kilometer. Also standen gleich am ersten Tag fast 30 Kilometer auf dem Plan.

Nur wenige Kilometer vom Stadtzentrum Koblenz rheinaufwärts erhebt sich über dem linken Rheinufer das Schloss Stolzenfels. Von hier aus sollte der Weg nun los gehen. Am Schloss Stolzenfels angekommen, mussten wir erstmal unzählige Treppenstufen überwinden.

Das Schloss hatte leider noch nicht auf, so ging es gleich weiter und wie! Steil bergauf ging es den Berg im Zickzack hinauf und wenn ich dachte ich war ganz oben, kam nochmal eine Kurve und eine Steigung. Innerlich habe ich geheult wie ein Kind an der Kasse, das seine Schokolade nicht bekommt.

Weiter ging es durch Wälder, entlang an saftig grünen Wiesen und bunt blühenden Bäumen. Die Sonne zeigte sich heute von ihrer besten Seite. Natürlich habe ich mir auch dann gleich am ersten Tag einen deftigen Sonnenbrand im Gesicht zugezogen. Da hätte ich wohl doch besser Sonnencreme eingepackt! Aber wie sagt man so schön: „Lernen durch Schmerzen!“

Mittag haben Luna und ich an einer Autobahn-Raststätte gemacht, da der Weg an dieser vorbei führte. Luna habe ich eine Bockwurst gegönnt, mir ein Sandwich. So viel zum Thema komplett autark leben . An der Kasse wünschte die Kassiererin mir eine „gute Weiterfahrt“. Am liebsten hätte ich mich lachend auf den Boden geschmissen. Hab es dann aber doch nicht getan und sie freundlich auf unser Vorhaben hingewiesen. Als Dank gab es noch einen Apfel geschenkt.

Weiter ging es erst durch Wälder bergauf und bergab bevor wir wieder über Wiesen liefen. Irgendwann kamen wir an einer Wallfahrtskirche kurz vor Alken an. Hier mussten wir uns entscheiden. Entweder den kurzen Weg, aber dafür den sehr anspruchsvollen oder 2 Kilometer Umweg und den gemütlichen. Dreimal dürft ihr raten welchen wir genommen haben

 

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Liebevoll habe ich den Weg „Höllenweg“ genannt. Kein Wunder das der bei Regen gesperrt ist. Entlang an gepflanzten Wein ging es im Zickzack den Weg oder eher gesagt den Trampelpfad hinab. Links nichts weiter als freier Fall, musste ich aufpassen um nicht auf dem Steingeröll aus zu rutschen. In Alken angekommen, steppte der Bär im Zentrum. Nach einer kurzen Pause hatten wir jetzt eigentlich noch laut Reiseführer 3 Kilometer vor uns. Auf dem Schild standen jetzt aber 6 Kilometer. Am liebsten hätte ich das Schild genommen und in die Mosel geworfen. Hätte die Sache aber auch nicht besser gemacht! Also Zähne zusammen beißen und weiter. Am Etappenziel angekommen, musste ich feststellen das der Campingplatz aufgrund von Baumaßnahmen geschlossen war. Auch das noch! Ein Zeltplatz habe ich in der kleinen Stadt nicht mehr finden können, also musste eine kleine Pension herhalten. Direkt an der Mosel gelegen, hatten wir von der Terrasse einen wundervollen Blick auf die Mosel. Bei einem Glas Wein und einem Stück Pizza ließ ich die ersten beiden Tage nochmal Review passieren. Was für ein Start unserer Reise!

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