Wandern

Ein Hoch auf mein Erste-Hilfe-Täschchen

Gestern war es mal wieder Zeit für eine schöne Wanderung. Vorgenommen hatten Luna und ich uns eigentlich 25 Kilometer rund um Thale im Harz. Entlang der Teufelsmauer sollte es über verschlungene Wege und kleine Trampelpfade gehen. Morgens habe ich aber leider schon ein leichtes Kratzen im Hals verspürt, so das kurzerhand die Tour verkürzt wurde und wir auch nicht nach Thale sondern in der Nähe geblieben sind. Neben Luna hatte ich heute auch wieder unsere kleine Dame Mina mit.

Nicht die Teufelsmauer stand nun auf dem Plan, sondern der Goslarer Rammelsberg.
Die Kaiserstadt Goslar ist seit dem Mittelalter geprägt vom Bergbau.  Bis 1988 wurde hier Erz abgebaut; mein Opa ist einer der letzten die noch unter Tage fuhren um das Mineral abzubauen. Heute dient das Bergwerk als Museum. Sowohl über Tage, als auch unter Tage können hier verschiedene Führungen gebucht werden.

Nachdem wir das Auto abgestellt hatten, ging es erst mal vorbei an alten Holzhäuschen, in denen früher die Arbeiter wohnten. Schon bald ragten die Anlagen des stillgelegten Bergwerks in die Höhe. Heute gehört das Bergwerk, zusammen mit der Goslarer-Altstadt zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Noch ein Stück weiter liefen wir die Straße entlang, ehe es einen kleinen aber steilen Schotterweg hinauf zum Maltermeister Turm ging. 20160924_110407Da weit und breit keiner zu sehen war, leinte ich Luna und Mina ab. Neugierig erkundeten die beiden den Weg und schnüffelten mal hier und mal dort. Der Weg ging fortan im Zick-Zack den Berg hinauf. Gerade als ich mal wieder ein Foto machen wollte, hörte ich von weiten oben mehrere Stimmen. Schnell rief ich Luna und Mina zu mir, die ein paar Meter neben mir standen, als im nächsten Moment schon 2 Mountainbike-Fahrer mit erhöhter Geschwindigkeit um die Ecke bogen. Erschrocken das ich nun mit Luna und Mina im Weg stand, machte der Vordere ein schlenker nach rechts und knutsche mit Knie, Ellbogen und Kinn die Schotterpiste. Im ersten Moment war ich zur Salzsäule erstarrt, erst Luna die mich anbuffte holte  mich wieder in die Gegenwart. Schnell zum Mountainbike-Fahrer gelaufen, entschuldigte ich mich bestimmt 1000 bei ihm. Er jedoch gab sich selber die Schuld; klare Patt-Situation in diesem Moment für uns beide! Irgendwie war es mir dennoch extrem peinlich; pass ich doch normalerweise auf um genau solche Situationen zu vermeiden. Und nun das! Gott sei Dank stellte sich schnell raus, das er alles bewegen konnte und sich „nur“ Schrammen zugezogen hatte. Okay später wird wohl auch der ein oder andere blaue Fleck dazu kommen. Da beide Herren kein Erste-Hilfe-Set mit hatten, konnte ich wenigstens damit behilflich sein. Zeigt es doch gerade jetzt wieder, das man es immer dabei haben sollte. Schnell waren die Wunden versorgt, mich noch 1000 Mal entschuldigt und mich versichert, das ihm wirklich nichts schlimmes passiert war, ging es für uns weiter – aber mit einem gehörigen Schrecken!

Nachdem wir den restlichen Anstieg gemeistert hatten, konnten wir einen schönen Blick auf den Maltermeister Turm erhaschen. Von hier oben aus hat man einen wundervollen Blick auf Goslar und das Umland. Die Windbeutel sind übrigens auch nicht zu verachten 😉

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Für uns ging es diesmal aber weiter. Es sollte schließlich noch ein Stück bergauf gehen. Hatte ich gedacht, das Stück vom Bergwerk hierauf war anstrengend, hatte ich diese Passage echt unterschätzt. Irgendwie taten mir schon nach kurzer Zeit die Glieder weh und die Nase lief in einer Tour. Heuschnupfen? Anzeichen einer Grippe?

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Die schöne Aussicht und die warmen Sonnenstrahlen drängten das aber in den Hintergrund. Oben am Ramseck, einen felsigen Aussichtspunkt, angekommen, genossen wir bei einem kleinen Pausensnack die schöne Landschaft. Man spürt förmlich das der Frühling mit großen Schritten anmarschiert. Mittlerweile war mir auch so warm von der Sonne, das ich sogar die Jacke ausziehen konnte. Eine Zeit lang dösten wir noch in der Mittagssonne, ehe es weiter ging. Nun sollte es auf der anderen Seite wieder hinab gehen. Dieser Teil der Strecke erwies sich aber nicht als zu steil. Genüsslich gingen wir wieder in Zick-Zack einen schönen Waldweg in Richtung Maltermeister Turm. Eigentlich  nur kurz einen Blick auf Goslar werfend, ging es die paar Stufen zum Turm hinauf. Und dann setze ich mich doch hin um eigentlich den leckeren Windbeutel zu essen. Leider gab es keine Windbeutel mehr. Frechheit 😉 Aber ein Becher Pistazieneis geht auch!

Nachdem dieser ebenfalls sehr leckere Becher verschlungen war, machten wir uns nun auf um das letzte Stück zu laufen. Wieder ging es an der Unfallstelle von vorhin entlang, diesmal aber ohne weiteren Zwischenfall. Gott sei Dank! Diese kleine Wanderung werde ich so schnell glaube ich nicht vergessen!

Und falls der Mountainbike-Fahrer das hier irgendwann lesen sollte: Es tut mir immer noch leid!!

Abschließend möchte ich auch noch erwähnen, dass ich nun mit einer Tasse Tee, einer Jumbopackung Taschentücher und einem dicken Schal im Bett liege. Hätte ich man doch nicht die Jacke beim Wandern ausgezogen!

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9 thoughts on “Ein Hoch auf mein Erste-Hilfe-Täschchen”

  1. Ja, die Sonne ist trügerisch zur Zeit. Ich habe auch schon gefühlte 100 mal den Frühling ausgerufen, um dann frierend in der zu dünnen Jacke im eisigen Wind zu stehen. Das war ja eine aufregende Tour und dann noch die ausverkauften Windbeutel. Eine echte Frechheit 😉. Gute Besserung dir und liebe Grüße von Andrea

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  2. Zunächst gute Besserung. Manche Sachen habe ich auf Wanderungen dabei, mit dem Gedanken…vielleicht kann ich damit jemand helfen….z. B. für zu schnell fahrende Biker. Langsam rückt meine Wandersaison näher, sofern keine Ladung Schnee mehr nachkommt. Liebe Grüsse zu euch

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