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Altes oder neues Leben?

Nun sind wir schon wieder fast eine ganze Woche zu Hause, doch die Umstellung fällt mir noch extrem schwer. Wieder in die Arbeitswelt einsteigen und sich in den Alltag einleben ist nicht so einfach, wie gedacht. Mir fehlt schon jetzt die lebendige Natur Spaniens, die Gastfreundlichkeit der Spanier und auch die vielen Kulturen und Nationalitäten die wir in den letzten 4 Wochen kennen gelernt haben. Man reist auf dem Jakobsweg als Fremder an und geht als Freund. Es ist auf dem Weg alles anders, aber auch so viel einfacher. Die Pilger und die Spanier die am Jakobsweg leben, sind wie eine große Familie. Jeder hilft jedem! Da gibt es kein Neid oder Missgunst. Dort wird Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft wirklich groß geschrieben ohne das eine Gegenleistung verlangt wird. Hier in Deutschland ist das kaum denkbar. Mittlerweile herrscht in Deutschland ein Streben nach materiellem Glück. Es wird nur noch an sich gedacht und wie man am schnellsten Profit aus einer Sache schlagen kann, das andere dabei vielleicht auf der Strecke bleiben – das ist den meisten egal. Doch macht das letztendlich wirklich glücklich? Ich denke nein. Mir ist in den letzten Wochen klar geworden, das man hier ist um zu leben, nicht um zu funktionieren.

Ja man darf Fehler machen,
Ja man darf mal nein sagen,
Ja man darf zu seinen Gefühlen stehen,
Ja man darf leben!

Gerade in den letzten Tagen wurde wieder bewusst, wie vergänglich das Leben ist. Wie viele werden krank oder sterben im schlimmsten Fall und haben den Gedanken „Wenn ich doch dies und jenes anders gemacht hätte“. Ganz ehrlich? Was hindert uns daran? Was hindert uns daran unser Leben zu leben und unsere Träume und Visionen versuchen umzusetzen? In erster Linie ist es doch die Angst vor etwas neuem bzw. die Angst vor dem Versagen. Aber davor brauch man keine Angst haben! Versagen tut man nur, wenn man seine Ziele gar nicht erst versucht zu erreichen. Auch das Umfeld versucht einem oft einzureden, das der Gedanke oder die Idee schlecht ist, doch wenn man fest an sich glaubt, kann man sprichwörtlich Berge versetzen! Wie oben schon geschrieben, man darf Fehler machen – das gehört dazu!

Auf dem Jakobsweg konnte ich viele Erfahrungen sammeln, wurde mit vielen Situationen konfrontiert, vor denen ich hier zu Hause wahrscheinlich weggelaufen wäre und habe gelernt auf mich und meinen Körper zu hören! Es ist so ein wundervolles Gefühl. Der Weg verändert einen, so musstem auch gleich am Montag meine Haare weichen   Wenn schon ein Neubeginn, dann richtig!

Ich möchte diese Zeit niemals missen, ich weiß auch, dass ich noch in 20 Jahren an diesen Weg denken werde, denn er hat meine Zukunft geebnet. Viele sagen der Jakobsweg endet in Santiago. Das stimmt nicht! Der eigentliche Weg beginnt erst in Santiago. Und dieser Weg ist viel länger, als die 500km die Luna und ich jetzt gegangen sind. Er wird auch viel härter und anstrengender sein als der schlimmste Anstieg auf dem Camino. Doch ich weiß, dass es sich lohnen wird und das ist die Hauptsache.

Da ich diesen Blog hier nicht sterben lassen möchte, dazu seit ihr mir viel zu sehr ans Herz gewachsen, werde ich in unregelmäßigen berichten Denn der Jakobsweg lässt mich nicht los und so gehe ich demnächst schon in die Planung für den nächsten! Welcher es wird, wie und wann?! Das erfahrt ihr in naher Zukunft – ihr dürft gespannt sein!

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