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Gemeinsam am Horizont

Gestern haben Luna und ich uns auf den Weg Richtung Muxia und Finisterre gemacht. Nach einer 2-stündigen Autofahrt und Serpentin-Straßen auf die sogar der Harz neidisch wäre, kamen wir in dem kleinen Fischerörtchen Muxia an. Was für ein tolles Örtchen! Am Leuchtturm machten wir es uns eine Weile gemütlich. Was für eine geniale Aussicht! Luna tänzelte zwischen den Felsen hin und her, so das ich schon Sorge hatte, das sie gleich im Wasser plantscht. Aber nichts passiert 😉 Nachdem wir uns in Muxia noch das ein oder andere angeschaut hatten, ging es weiter nach Finisterre. Darauf hatte ich so lange gewartet und nun sollte es endlich so weit sein. In Finisterre machten wir erstmal ein Rundgang durch die Stadt, gönnten uns direkt am Hafen ein Cafe con Leche und ein kühles Wasser. Nachdem wir noch durch ein paar Souvenirshops gestöbert haben (das darf ja irgendwie nicht fehlen) ging es noch mal zum Hafen um uns für das Kap zu stärken. Also ab zum Italiener. Für mich das Menu el Dia und für Luna Würstchen und Buletten. Die Spanier sind so verdammt aufmerksam und freundlich auch zu Hunden! Ich bin mit einem eher skeptischen Gefühl, was Luna betrifft, hier her gefahren. Doch dieses „Vorurteil“ wurde echt widerlegt. Das war mit Sicherheit nicht der letzte Urlaub von uns beiden in Spanien und schonmal gar nicht der letzte Camino 😀 Nach der Stärkung ging es rauf zum Kap. Was war ich aufgeregt. Und dann war es endlich da. Der Stein 0, der Leuchtturm,  die Felsen einfach alles! Und so traumhaft schön. Sämtliche Blumen leuchteten in den unterschiedlichsten Farben, Möwen flogen über uns hinweg und die Wellen rauschten viele Meter unter uns auf die Felsen zu. Obwohl doch viele Touris da waren, war es eine eher Stille Atmosphäre. Luna und ich ließen uns auf einen Felsen, direkt an der Kante, nieder und genossen diese Ruhe. Ich schloss meine Augen, atmete die Seeluft ein und ließ die letzten Wochen Review passieren. So viel tolle Momente haben wir erlebt, so viel Momente die uns nahe an die Verzweiflung und fast zum Aufgeben zwangen, doch wir beide haben uns durchgebissen. Denn wir hatten ein Ziel – Gemeinsam zum Horizont!
Ich kann es immer noch nicht begreifen, das wir den Jakobsweg geschafft haben, es ist so ein tolles Gefühl. Zu wissen das man mal auch über seine Grenzen gehen kann, das man auch mal mehr Schmerzen in Kauf nimmt, als man es vielleicht zu Hause tun würde und man sich so Frei von allem fühlen kann, das schafft glaube ich nur der Camino! Man hat Zeit über viele Sachen nachzudenken, sieht manche Dinge jetzt von einer ganz anderen Perspektive und neue Pläne tun sich auf, die man im Vorfeld nie beachtet hat. Und genau in diesem Moment wurde mir klar, was ich will! Ich will nicht zurück in mein altes Leben, will nicht wieder in diesen Trott reinfallen und wieder Angst haben müssen, das der Alltag einen wieder überrollt. Ich will auch nicht alles über den Haufen werfen, doch auch Kleinigkeiten können so viel ändern! Der Jakobsweg ist für mich in diesem Moment vorbei, doch der eigentliche Camino beginnt jetzt erst und genau da liegt die Herausforderung. Aber an der Seite mit Luna werde ich auch das schaffen! Wir sind ein Team und hatten ein Ziel. Und das haben wir vorerst geschafft – wir sind gemeinsam am Horizont und beobachten den Sonnenuntergang.

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